Der Fluch der Karibik

August 1st, 2007

Einer meiner Kollegen kommt manchmal durch mein Büro gestolpert, legt dann stöhnend eine Pause vor meinem Schreibtisch ein und stellt mir jedes mal die gleiche Frage: „Hast du schon mein Flugticket gekauft?“
Er träumt davon sich auf eine Karibikinsel abzusetzen. Nicht um wie ein König zu leben, nein, Geld ist ihm egal, er braucht kein Prunkschloss, keinen Luxus, ein einfaches Häuschen irgendwo am Strand mit Veranda und einer Hängematte würden vollkommen ausreichen.
„Die Seele eines Karibikpiraten im Körper eines Buchhalters“, spottete ich letztens.
Er fühlte sich offensichtlich geschmeichelt, auch wenn das überhaupt nicht meine Absicht war.

Haben wir nicht alle manchmal solche Anwandlungen? Diese Tage, Wochen, Monate oder schlimmstenfalls auch Jahre, wenn man das Gefühl hat das Leben das man führt nicht mehr zu ertragen und den Sinn dessen was man tut bis ins kleinste Detail anzweifelt. Diese Sehnsucht einfach zu verschwinden, und zwar ganz weit weg. Weg vom Alltäglichen, von der Arbeit, der Familie, den sogenannten Freunden. Weg mit dem Auto, der Eigentumswohnung, dem Zwang der Modeindustrie, der unverhüllten Verdummung durch die Medien, den lächerlichen Hohlköpfen die sich Volksvertreter nennen und angeblich unser Land regieren. Weg von der Macht und dem Einfluss der Grosskonzerne die auf unser aller Kosten Geld auf dubiose Konten in der Schweiz und den Kaimaninseln schaffen während wir uns krumm und bucklig schuften, weg von den Managergehältern, den lächerlich hohen Fussballer-, Tennisspieler-, Formel 1-Verträgen, alles Menschen die doch sicherlich nicht viel besser sind als wir, oder doch? Weg vom Neid, vom „ich will“, „ich brauche“, „ich muss haben“, das uns suggeriert wird, das beständig in uns wächst.

Doch nehmen wir an, dieser Wunsch erfüllt sich. Eines Tages liegt wie durch Zauberhand ein Oneway-Flugticket (zu Hause – Karibik) im Briefkasten und kurzentschlossen nehmen wir das nächste Taxi zum Flughafen und sind schon knappe 10 Stunden später auf unserer Insel.
Was würden wir dann mit unserer Zeit anfangen? In der Hängematte liegen und träge die Wellen beobachten? Ich denke, nicht lange, irgendwann würde es uns in den Fingern kribbeln. Vielleicht würden wir anfangen Holzfiguren zu schnitzen, zu fischen, für einen Marathonlauf zu trainieren oder Mücken zu zählen. Vielleicht würden wir mit der Zeit neidisch auf unseren Nachbarn (5 Kilometer den blenden weißen Sandstrand rauf) werden, der viel besser fischt als wir, der ein tolles Schnitzmesser hat oder vor dessen Veranda einfach mehr Mücken tanzen. Und würde es dabei bleiben?

Mein Kollege betrachtet während ich noch philosophiere mit einem Ausdruck von unüberwindbarem Ekel im Gesicht die Akten die er wie eine dreckige Windel mit zwei Fingern von sich gestreckt hält und schwärmt von Sonne, Kokosnüssen, Caipirinhas und Mojitos.
Ich atme tief durch und erwache aus meinen Träumen, taste nach der Tüte Notfallbonbons unter meinem Computerbildschirm und öffne sie knisternd. Der irre Glanz verschwindet aus seinen Augen. Er greift mit der ganze Hand nach den Akten und drückt sie unachtsam in seine Armbeuge während er automatisch die andere ausstreckt um ein Bonbon mit Kirschgeschmack herauszufischen.
„Die sind wirklich gut!“ seufzt er mit einem zufriedenen Schnurren in der Stimme und geht dann mit gestrafften Schultern und festem Schritt zurück zu seinem Arbeitsplatz.

Sommerblogwichteln die Zweite

Juli 27th, 2007

Mit großer Verspätung – durch meine PC-Probleme - habe ich ja trotzdem bei Michaelas Sommerblogwichteln mitgemacht. Heute war dann der Beitrag für mein Blog in der Mail – zumindestens angekündigt. Denn leider ist der Anhang irgendwie abhanden gekommen (genau wie scheinbar meine CPU :'( ).

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Sommerblogwichteln

Juni 25th, 2007

Hm, ich glaub beim Jojo hab ich das beim Stöbern gefunden. Michaela macht ein Sommerblogwichteln. Ich hör euch schon stöhnen: “Bei der Hitze, und dann noch Schokolade …” :>>
Nein, um Schokolade gehts wirklich nicht. Eher um einen Blogeintrag. Mitmachen ist ganz easy – einfach dem Link folgen und einen Kommentar hinterlassen. Und schon habt ihr den ersten Schritt gemacht. Alles weitere erklärt Michaela dann …